Winterball

In einer farbenfrohen und zauberhaft geschmückten Festhalle begrüßte Oberst Jürgen Dewerth die zahlreichen Gäste zum Lipperoder Winterball. Mit seinen einleitenden Worten stellte er die Frage nach der sozialen Verbundenheit in der heutigen Zeit, da der Eindruck entstanden ist, dass diese nicht mehr sichtbar vorhanden ist. Das ganze soziale Leben lasse den Anschein erwecken, dass man in einer Zeit der von „Parallel-Solisten“ lebe. Dementsprechend ist der traditionelle Winterball des Lipperoder Schützenverein das Gegenstück zu diesem Zeitgeist. „Feiern, Tanzen und Geselligkeit“ stehen bei dem Winterball an erster Stelle, so Oberst Dewerth. Mit diesen Worten begrüßte er das amtierende Königspaar Dominik und Katharina Friedrich, sowie ihren Hofstaat, die seit rund sechs Monaten eine hervorragende Feierfreudigkeit bewiesen haben. Diese Eigenschaft zeichnet auch die diesjährige 50-jährige Jubelkönigin Lisa Dewerth aus, die zusammen mit Klaus Kiewel am Festabend teilnahm.

Sein weiterer Gruß galt der 25-jährigen Jubelkönigin Myriam Stijohann, der 40-jährigen Jubelkönigin Brigitte Tritschallek und der 70-jährigen Jubelkönigin Helmi Pillach, die an diesem Abend leider nicht teilnehmen konnten. Lennard Stijohann nimmt jedes Jahr eine weite Anreise in Kauf, um am Schützenfest in seiner Heimat teilzunehmen. Beim letzten Schützenfest hat sich diese Reise besonders gelohnt, denn beim Vogelschießen konnte er sich zum neuen Kronprinzen küren und möchte es sich in diesem Jahr nicht nehmen lassen, diese Ehre mit einem Ständchen zu feiern. Zwei weitere Schützen erhielten in der Eröffnungsrede des Obersts besondere Aufmerksamkeit. Timo Wahl (Lippstädter Schützenverein) und Jürgen Hagenhoff (Schützenverein St.Georg Westereiden) erfüllten sich im letzten Jahr ebenfalls den Traum vom Königsschuss und nahmen an diesem Abend mit ihren Hofstaaten am Festball teil.Im Rahmen seiner Ansprache konnte Jürgen Dewerth auch Heinz Holey, Oberst der Demolder Schützengesellschaft, nicht nur willkommen heißen, sondern nutzte auch die Gelegenheit ihm seinen Orden für 25-jährige Vereinsmitgliedschaft zu überreichen. Holey bedankte sich dafür spontan mit einer kurzen humorvollen Rede, in der er die ein oder andere Anekdote von früheren Schützenfestbesuchen in Lipperode preisgab.

Nachdem das Königspaar einen schwungvollen Eröffnungstanz auf das Parkett gelegt hatte, folgte die Rede von König Dominik.

Dominik Friedrich begrüße ebenfalls die anwesenden Gäste und Jubelmajestäten in der festlich geschmückten Halle. Dies nahm er direkt zum Anlass, um sich bei seiner Königin Katharina und den Hofdamen für die wunderschöne Dekoration zu bedanken. Da er nicht „nur“ König des Vereins ist, sondern auch Hauptmann der I.Kompanie, erfülle es ihn mit Stolz, dass seine Kompanie mit Timo Wahl, Jürgen Hagenhoff und Pascal Sonntag (Schützenverein Langenberg) noch drei weitere Schützen die Königswürde innehaben und er sich darauf freut mit den „auswärtigen“ Majestäten das Lipperoder Schützenfest ordentlich zu feiern. Weiterhin begrüßte er seine Familie und die Nachbarn.

„Friedrich der Große“ so titelte der Patriot 2005 samt Foto in einem Sportbericht über Dominik, weil er elegant ein Kopfballtor erzielt hatte. Zu dieser Zeit lernte er auch seine Frau und Königin Katharina kennen. Auch wenn der erste Eindruck auf Katharina nicht sofort positiv war und der Artikel ebenfalls eher kontraproduktiv war, legte Dominik sich ins Zeug, um sie von ihm zu überzeugen. Am Ende war sein Bemühen aber erfolgreich, denn rund 20 Jahre später ist man eine glückliche kleine Familie. Während dieser Zeit wurde auch für Katharina Lipperode zum Lebensmittelpunkt und Dominiks Hobby „Schützenverein“ wurde auch zu ihrem Hobby. Besonders seit seiner Zeit als aktiver und engagierter Offizier erfährt er regelmäßig ihre Unterstützung und dafür sprach er ihr seinen herzlichsten Dank aus.

2025 entstand ein ähnliches Foto wie 2005, nur das er diesmal von zwei Hofherren in die Lüfte gehoben wurde und nicht wie damals zu einem Kopfball ansetzte. Grund dafür war der Königsschuss, den er in einem spannenden Vogelschießen abfeuern konnte. Die Momente danach sind für ihn immer noch kaum in Worte zu fassen. Einmarsch in die Halle, viele emotionale Gratulationen und das eine oder andere schnelle Bier. Doch wie kam es zu dieser „Schnapsidee“ den Vogel abzuschießen? Eine familiäre „Vorbelastung“, was das Schützenwesen angeht gab es nicht, sodass das Interesse zum Lipperoder Schützenverein durch Freunde, Fußball und Nachbarn entstand. Jungschütze, lange Zeit Offizier der I.Kompanie und seit 2019 Hauptmann. Seitdem wurde jedes Jahr zum Schützenfest die Gerüchteküche immer größer und Dominiks Name wurde immer wieder in den Ring geschmissen, wenn es darum ging, wer der nächste König des Vereins sein werde. Beim Vogelschießen 2025 waren die Ambitionen zunächst auch nicht vorhanden, aber irgendwann hatte er, auch Dank des Oberst, den berühmten „rostigen Nagel“ im Kopf und stieg spontan und unerwartet für viele in den Wettkampf um die Königswürde mit ein und konnte diese für sich entscheiden. Wie sehr sich alle für Dominik und Katharina freuten, zeigte sich im Anschluss bei der Zusammenstellung des Hofstaates, denn obwohl alles sehr spontan kam, sagten alle Hofstaatpaare zu und das obwohl die Unterbringung der 30 Kinder noch gar nicht geregelt war. Für diese Spontanität und die bisherigen unvergesslichen Momente bedankte sich Dominik bei seinem Hofstaat von ganzem Herzen. Mit dieser emotionalen und zum Teil humorvollen Königsrede setze Dominik den glanzvollen Höhepunkt des Abends. Im Anschluss erfolgte ein ausgiebiger und tanzfreudiger Festabend in der Lipperoder Schützenhalle.