Bei der diesjährigen Generalversammlung, dem höchsten Entscheidungsorgan des Lipperoder Schützenvereins, wurden zukunftsentscheiden Veränderungen vorgenommen und gleichzeitig für eine weiterhin konstante Vorstandsarbeit abgestimmt. Bevor es zu diesen wichtigen Entscheidungen in der Tagesordnung kam, begann Oberst Jürgen Dewerth die Schützenversammlung mit seinem Bericht über die aktuelle Lage des Vereins. Das vergangene Schützenfest zeigte mal wieder, dass Lipperode ein „lebendiges“ Dorf ist. Das Hochfest ist in der Lipperoder Bevölkerung tief verwurzelt und wird dementsprechend ausgiebig gefeiert. In diesem Zusammenhang bedankte er sich noch einmal recht herzlich bei dem ehemaligen Königspaar Robin und Janina Günther, sowie den aktuellen Majestäten Dominik und Katharina Friedrich für deren unermüdliches Engagement. Trotz aller Freude über das ereignisreiche Schützenjahr 2025, schwelt im Hintergrund weiterhin das große juristische Thema der Hallennutzung und der damit verbundenen Revision. Der Antrag dazu liegt weiterhin beim Oberverwaltungsgericht in Münster auf dem Tisch zur Prüfung. Hier muss nicht nur weiterhin sehr viel Geduld durch den Gesamtverein aufgebracht werden, sondern man muss auch mit Vorsicht in Bezug auf Investitionen etc. agieren. Trotz der rechtlichen Ungewissheit wird man hoffnungsvoll in die Zukunft gehen und diese nach den jetzigen Rahmenbedingungen planen. Dabei wirft nicht nur das diesjährige Schützenfest Ende Juni seine Schatten voraus, sondern auch die Planungen für das 150-jährige Jubelfest im kommenden Jahr haben schon an Fahrt aufgenommen. Der vorläufige Plan sehe momentan ein dreitägiges Schützenfest mit einem großen Festumzug zusammen mit den geladenen Gastvereine am Sonntag vor. Weiterhin soll ein „Tag des Vereins / der Kompanien“ im Spätsommer organisiert werden dessen Ausgestaltung noch am Anfang steht. Hier ist zum Beispiel ein Vogelschießen für die Bürger/innen und eine Ausstellung angedacht. Dieses historische Ereignis bedarf eines großen Kraftakts hinsichtlich der Organisation und Umsetzung, sodass Jürgen Dewerth die Mitglieder dazu motivierte sich in den Planungsgruppen zu engagieren. Im Planungsprozess für das 150-jährige Vereinsjubiläum befasste sich der Vorstand auch mit dem Thema „Gemeinnützigkeit des Vereins“. Nach einigen Recherchen und Gesprächen mit dem Finanzamt ist man zu dem Entschluss gekommen einen Antrag an die Generalversammlung zu stellen, der eine Satzungsänderung und die damit verbundene gemeinnützliche Eintragung des Schützenvereins vorsieht. Diese solle aber zu einem späteren Zeitpunkt der Versammlung noch detailliert erläutert werden. Zum Ende seines Berichtes ging der Oberst auf die Arbeit der Zukunftskommission in den letzten Jahren ein. Er hob dabei die homogene Mischung aus jungen sowie erfahrenen Schützen hervor, die dazu führte, dass mit viel Eifer Ideen ausgearbeitet, Vorschläge an den Vorstand übermittelt und zusammen mit dem gesamten Verein umgesetzt wurden. Als Beispiele führte er die Weinbar, die sich im letzten Jahr erstmalig beim Schützenfest präsentierte, sowie die Konzepte für die gezielte Nachwuchsförderung an.
Pascal Hunold, Rendant des Vereins, präsentierte anschließend die finanzielle Situation des Vereins. Zunächst ging er auf das finanzielle Ergebnis des Schützenfestes 2025 ein, das trotz höherem Getränkeumsatz und gestiegenen Besucherzahlen nicht positiv verlief. Die Ursache dafür liegt in ebenfalls gestiegenen Kosten für das Personal, die Getränke und den Mietkosten für Bierwagen und Thekenequipment. Das Finanzergebnis für das gesamte zurückliegende Jahr hingegen ist positiv. Hier zahlt es sich aus, dass in letzten Jahren Einsparpotentiale erkannt und genutzt wurden, die zu einer Minderbelastung führten. Weiterhin laufen die Investitionen für die Schützenhalle momentan auf „Sparflamme“, da deren langfristige Nutzung wegen des Rechtsstreits momentan nicht gewährleistet ist.
Nach den anschaulich dargestellten Zahlen trat der Geschäftsführer Ingmar Krinke an das Podium und ging auf die vielen Veranstaltungen des Vereins ein. Neben den mannstark besuchten Schützenfesten der befreundeten Vereine in Esbeck, Lippstadt, Mettinghausen, Lipperbruch und Pesch fuhr man zum Ende des Jahres nach Brilon und nahm dort am Kreiswinterball teil. Des Weiteren führte Krinke auch die vereinseigenen Veranstaltungen wie den Winterball, das Osterfeuer und die Kompanieversammlungen auf, welche jedes Jahr sehr gut besucht seien. Weiterhin führte Krinke die Mitgliederzahlen auf. Diese sind im letzten Jahr leicht gestiegen geblieben.
Den Abschluss der Vorstandsberichte machte Philipp Alers, Bataillonskommandeur des Vereins, indem er einen kurzen Überblick über die Antretezahlen zum Schützenfest 2025, sowie den absolvierten Arbeitseinsätzen gab. Die Anzahl der an den drei Schützenfesttagen angetretenen Schützen ist sehr zufriedenstellend, hat aber noch Potenzial nach oben. Gleiches gilt auch für die diversen Arbeitseinsätze, die zur Instandhaltung und Pflege des Schützenplatzes und der Halle dienen.
Gestärkt durch einen kleinen Imbiss, ging die Versammlung die zweite Hälfte der Tagesordnung an.
Der in den Berichten zuvor mehrfach erwähnte Antrag für die Eintragung der Gemeinnützigkeit des Vereins wurde im Folgenden von Rendant Pascal Hunold und Justiziar Cedric Bals ausführlich dargestellt und erläutert. Bals ging dabei auf die entsprechenden inhaltlichen Änderungen der Satzung ein und erklärte die damit rechtlich verbundenen Wirkungen. Diese Satzungsänderung würde laut dem Rendanten zu einem finanziell langfristigen Effekt führen. Neben dem Ausstellen von Spendenbescheinigungen und der Beantragung von Zuschüssen, ist vor allem die Aussicht auf eine partielle dauerhafte Steuerbefreiung von enormer Bedeutung, da diese in Zukunft die Ausgaben im Etat spürbar verringern würde. Nachdem die Fragen und Anmerkungen aus der Versammlung beantwortet und besprochen wurden, konnte der Antrag zur Abstimmung freigegeben werden und wurde einstimmig angenommen.
Die Kassenprüfer bescheinigten dem Verein eine einwandfreie Finanzführung und beantragten die Entlastung des Vorstandes, die durch alle Schützen angenommen wurde.
Die anschließenden
Wahlen ergaben folgendes Ergebnis. Sowohl Philipp Alers, seit 2014
Bataillonskommandeur, als auch Ingmar Krinke, Geschäftsführer seit 2023,
stellten sich zur Wiederwahl. Da keine Gegenkandidaten aus der Versammlung
vorgeschlagen wurden, konnten beide mehrheitlich in ihrem Amt für weitere drei
Jahre wiedergewählt werden. Zum neuen Kassenprüfer wurde Markus Sonntag
ernannt. Die Schützen haben weiterhin die Wahl der Vorstandsmitglieder Marc
Ottensmeier (Hauptmann II.Kompanie), Jan Vollmer (Fahnenkommandeur) und Timo
Diers (Platzhauptmann) bestätigt. Frank Jochheim, der über 30 Jahre als
Offizier tätig war, insbesondere im Amt des Schießoffiziers und als Adjutant
des Vorstandes, wurde an diesem Abend zum Ehrenhauptmann ernannt.
In der Vorstellung
des Haushaltsetat für das Jahr 2026 legte Pascal Hunold eine ausgeglichene
Finanzlage vor, die zum einen weniger Einnahmen vorsieht, aber im Gegenzug auch
Minderausgaben verzeichnet.
Zum Ende der
Versammlung hat Bataillonskommandeur Philipp Alers die Sieger des
Kompanieschießens mit einem Orden ausgezeichnet. Mit Jannik Henke, Dominik
Friedrich, Klaus Kiewel und David Diers konnten die erfolgreichen Schützen der
I.Kompanie ihren Siegerorden in Empfang nehmen.
Nach einer 3,5-stündigen
harmonischen, konstruktiven und vor allem zukunftsprägenden Generalversammlung
beendete Oberst Dewerth den offiziellen Teil des Abends und lud alle anwesenden
Schützen noch zum gemütlichen Teil an die Theke ein.