Chronik

Zeit der Wirtschaftskrise und der

Weltkriege

1911 - 1948

Carl Bonsel mit Schützen beim Schützenfest
Der Verein konnte im Jahr 1913 ein weiteres Stück des heutigen Schützenplatzes erwerben. Dies war nötig geworden, da das Schützenfest sehr beliebt war und der Zulauf der auswärtigen Gäste immer größer wurde. Zu dieser Zeit konnte das Fest noch in Frieden gefeiert werden, doch das sollte sich spätestens nach dem Fest 1914 ändern. In der Versammlung im September 1914 mussten schon die ersten gefallenen Lipperoder des 1.Weltkrieges beklagt werden.
Der Verein sah sich deswegen dazu veranlasst  Spenden an das Deutsche Rote Kreuz und an Lipperoder Familien, die durch den Krieg in Not geraten sind, zu entrichten.  Die Versammlung 1914 war auch die letzte Versammlung für die nächsten sechs Jahre, die durch den 1.Weltkrieg geprägt wurden.
 

Schützenfest 1924

   
Die erste Versammlung der Nachkriegszeit wurde 1920 abgehalten. Dort wurde aber beschlossen, dass man wegen der wirtschaftlichen Lage kein Schützenfest ausrichten konnte. Das erste Fest nach dem Krieg wurde 1921 wieder gefeiert und man versuchte es „wie in alten Zeiten“ zu feiern. 1921 ist auch das Gründungsjahr der III.Kompanie, die deswegen ins Leben gerufen wurde, weil sich das Dorf vergrößert hat und somit auch die Mitgliederzahlen des Vereins gestiegen sind. Die dazugehörige Kompaniefahne wurde beim Schützenfest 1922 geweiht. In Gedenken an die gefallenen und vermissten Lipperoder wurde 1922 ebenfalls das „erste“ Kriegerdenkmal errichtet. Die wirtschaftliche Krise und die damit verbundene hohe Inflation führten dazu, dass das Vereinsfest 1923 ausfallen musste. Die Inflation war damals so hoch, dass die „Pacht für die Grasnutzung“ auf dem Schützenplatz mit Roggen und nicht mit Geld bezahlt werden musste. In den folgenden Jahren wurde das Fest aber wieder regelmäßig gefeiert. Besonders das 50-jährige Vereinsjubiläum feierte der rund 300 Mann starke Verein ausgiebig. Besondere Höhepunkte des Jubelfestes waren die Festgottesdienste in den Kirchen, das Platzkonzert sowie der der Festumzug mit 10 Gastvereinen durch das Dorf. Trotz einer erneuten Wirtschaftskrise, wodurch das Fest 1931 ausfiel, konnte der Verein den restlichen Schützenplatz erwerben. Im folgenden Jahr konnte das Schützenfest mit einigen Einschränkungen wieder gefeiert werden. So wurden u.a. die Ständchen kleiner gehalten und die Preise wurden ebenfalls gesenkt. Auch beim damalige Vogelschießen war die Krise merkbar, denn zunächst wollte keiner König des Vereins werden.
   
Nicht nur die wirtschaftliche Krise belastete den Verein, sondern auch die damaligen politischen Veränderungen wurden zu einem immer größeren Problem für den Verein. Dies führte nicht nur dazu, dass das Fest 1933 ausfiel, sondern auch dass bei der Generalversammlung der gesamte Vorstand nach internen Streitigkeiten zurücktrat. Dieser wurde zwei Wochen nach der Versammlung bei Neuwahlen aber vorerst wieder besetzt. Die Zeit bis zum Ausbruch des Krieges verlief ebenfalls nicht ganz ruhig. Der politische Druck wurde so groß, dass man 1939 den Schützenplatz für parteipolitische Zwecke zur Verfügung stellen sollte. In diesem Jahr wurde auch das vorerst letzte Schützenfest gefeiert. 1941 musste der Verein durch einen politischen Erlass sogar die Halle und den Platz an die Gemeinde Lipperode übergeben. Sie erhielt dafür eine Entschädigung und ein Recht auf kostenlose Nutzung für das Schützenfest.

1928 - ehem. Lipperoder Tambourcorps

   

Wie schon nach dem 1. Weltkrieg musste der Verein, der 1939 noch 324 Mitglieder zählte, um vielen Vermisste und Gefallene trauern. Gedanken an ein Schützenfest waren zu dieser Zeit eher selten, denn zum einem wurde dieses durch die Militärregierung verboten und auch die Bevölkerung konnte sich an den Gedanken des „Marschierens mit einem Holzgewehr“ nicht sofort wieder gewöhnen und zum Teil zeigte sie dem Schützenfest gegenüber eine negative Gesinnung.  

   
   

 

 

 

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